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Gründer und CEO, VOIDS

Jannik Semmelhaack

Arbeitet an der Schnittstelle von Absatzprognose, Kapitalbindung und Einkaufsentscheidungen in Consumer-Brands.

Hamburg, DeutschlandZuletzt aktualisiert

Jannik Semmelhaack

Jannik Semmelhaack ist Gründer und CEO von VOIDS, einer Hamburger Software für KI-gestütztes Demand Forecasting und Bestandsplanung. Er gründete das Unternehmen im September 2022 gemeinsam mit Tobias Wandersleb; über 250 E-Commerce-Marken planen ihren Einkauf heute (Stand 2026) über die Plattform. Sein Fachgebiet ist die Frage, wie Consumer-Brands ihre Verfügbarkeit erhöhen und gleichzeitig weniger Kapital im Lager binden.

Werdegang

  1. bis 2021

    Philips, E-Commerce

    Duales Studium im E-Commerce-Bereich von Philips. Mit einem kleinen Team baute er den D2C-Onlineshop aus — nach Darstellung von Startup Port von 10 auf 40 Millionen Euro Umsatz in 24 Monaten. Hier entstand das Ausgangsproblem: Bestseller liefen aus, während parallel Kampagnen mit sechsstelligen Wochenbudgets weiter auf sie einzahlten.

    Belege:Startup PortFounders League #36

  2. 2019

    Eine WG in Hamburg-Altona

    Tobias Wandersleb bewirbt sich auf ein Zimmer in Janniks WG. Rund zwölf Monate Freundschaft vergehen, bevor aus der gemeinsamen Diagnose eine Geschäftsidee wird. Wandersleb kommt aus dem Supply-Chain-Consulting und hatte zuvor Replenishment-Prozesse in SAP optimiert.

    Belege:Universität HamburgE-Commerce Decoded, ECD#92

  3. 2021

    Pilotprojekt mit Samsung

    Sechsmonatiges Projekt im Rahmen der Masterarbeit. Das Forecasting-Modell schlug ein eingespieltes vier- bis fünfköpfiges Demand-Planning-Team. Die Lehre daraus war allerdings eine andere als erwartet: Der Enterprise-Datensatz war so speziell, dass sich das Ergebnis nicht auf den nächsten Kunden übertragen ließ — der Anlass, sich bewusst auf ein enges Segment zu begrenzen.

    Belege:E-Commerce Decoded, ECD#92Jan-Lütje Thoden

  4. 2020–2022

    Master an der Nova SBE, Lissabon

    Beide Gründer kündigten ihre Stellen und gingen ins Masterstudium nach Lissabon. Nach eigener Aussage investierten sie rund 70 Prozent ihrer Studienleistungen in die Arbeit am eigenen Problem; Wandersleb belegte Machine-Learning-Kurse. Parallel dokumentierten sie über 150 Gespräche mit Unternehmen in einer Excel-Liste.

    Belege:Founders League #36Business Beyond Borders

  5. August 2022

    EXIST-Gründerstipendium

    Förderung über 150.000 Euro, fachlich betreut von Prof. Dr. Michel Clement an der Universität Hamburg. Das Startkapital der Firma war damit öffentlich gefördert, nicht durch Wagniskapital finanziert.

    Belege:Universität HamburgStartup Port

  6. 7. September 2022

    Gründung der VOIDS Technology GmbH

    Eintragung im Handelsregister Hamburg unter HRB 176999. Geschäftsführer sind Jannik Semmelhaack und Tobias Wandersleb.

    Belege:Handelsregister via North Data

  7. Herbst 2022

    Techstars

    Aufnahme in das Accelerator-Programm. Über das Techstars-Netzwerk entstand der erste Kundenkontakt jenseits des eigenen Netzwerks — der Startschuss für das operative Geschäft.

    Belege:Hamburg BusinessBusiness Beyond Borders

  8. Februar 2023

    InnoRampUp, IFB Hamburg

    Anschlussfinanzierung über 150.000 Euro durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank.

    Belege:Hamburg BusinessStartup Port

  9. August 2023

    Pre-Seed-Runde

    600.000 Euro von Angel-Investoren und Gründern. In der Meldung dazu formulierte er das Ziel als einen E-Commerce-Markt, in dem D2C-Gründer profitabel skalieren können.

    Belege:Startup Port, Pre-Seed-Meldung

  10. seit 2024

    VOIDS heute

    Über 250 E-Commerce-Marken nutzen die Plattform (Stand 2026). Im Dezember 2025 bezifferte er das über VOIDS geplante Volumen auf rund 1,5 Milliarden Euro Nettoumsatz europäischer Marken; die Plattform weist inzwischen über 2 Milliarden Euro aus. Zu den namentlich genannten Kunden zählen HYROX, Paul Valentine, Sheko und 6PM.

    Belege:SaaS Operators, E36

Fachgebiete

Themen, zu denen er publiziert, spricht und Brands berät.

Demand Forecasting

Absatzprognose auf SKU-, Kanal- und Länderebene. Sein wiederkehrendes Argument: Nachfrage im E-Commerce ist nicht linear, sondern hochvolatil — ein Produkt wächst mit 300 Prozent, das nächste mit 30. Ein Durchschnitt der letzten 30 Tage bildet das nicht ab.

Bestandsplanung und Kapitalbindung

Der Zusammenhang zwischen Lagerreichweite und gebundenem Kapital. Sechs Monate Reichweite statt einem Monat bedeuten das Sechsfache an Working Capital für dieselbe Nachfrage.

Einkaufs- und Replenishment-Planung

Sicherheitsbestände, Bestellrhythmen, Mindestabnahmemengen und Staffelpreise. Sein Punkt: Ein guter Forecast allein ändert nichts, solange die Bestelllogik dahinter nicht stimmt.

Abstimmung von Marketing und Operations

Der Fall, den er am häufigsten beschreibt: Das Marketing skaliert Budget auf einen Bestseller, der in wenigen Wochen ausläuft. Verfügbarkeitssignale gehören deshalb aus seiner Sicht in die Kampagnensteuerung.

Sales & Operations Planning

Der wöchentliche Abstimmungstermin zwischen Einkauf, Marketing und Geschäftsführung — nach seiner Erfahrung der wirksamste Prozess, den Brands einführen können, bevor sie Software kaufen.

Seine Positionen

Wiederkehrende Argumente aus Podcasts und Vorträgen, mit Quelle und Datum.

Bestandsmanagement ist der größte unerschlossene Profit-Hebel

Seine Kernthese. Solange Wachstum über Umsatz definiert wurde, galt Bestandsmanagement als Luxusproblem. Seit der Fokus auf Profitabilität liegt, wird daraus die Frage, warum bei steigendem Marketingbudget weniger hängen bleibt. Seine Rechnung für eine Marke mit 10 Millionen Euro Umsatz und etwa 20 Prozent Wareneinsatz: Sechs Monate Lagerreichweite binden rund eine Million Euro, nötig wären eher 200.000 — und die Verfügbarkeit liegt bei den meisten Brands bei 90 Prozent, während 95 bis 98 Prozent erreichbar sind.

Der größte unerschlossene Hebel für mehr Profit, davon bin ich fest überzeugt, ist akkurates Stockmanagement.

Marketing und Operations planen aneinander vorbei

Der Ursprung seines Produkts. In den meisten Brands entscheidet das Marketing über die Skalierung von Bestsellern, ohne zu wissen, ob die Ware dafür reicht. Wer weiter Budget auf ein auslaufendes Produkt schiebt, tauscht Profitabilität gegen Absatzgeschwindigkeit — und zahlt die Marketingkosten obendrauf.

We recognized that often times marketing and operations are usually misaligned between which bestsellers are we scaling and promoting, and what are the ones that we need to buy to make sure that we can actually fulfill that demand.

Bei Ausreißern zählt Entscheidungsgeschwindigkeit, nicht Prognosegenauigkeit

Die Passage, die er auf die Frage nach den Grenzen von Forecasting gibt. Ein Pandemieausbruch oder ein viraler Ausreißer ist nicht prognostizierbar — und der Anspruch, das zu können, wäre unehrlich. Entscheidend sei stattdessen, wie schnell eine Brand darauf reagiert, etwa durch den Wechsel von See- auf Luftfracht.

We're not the oracle of Delphi. In this case it's more about being faster in the decision-making, but not more accurate, because those kind of outliers are impossible to predict.

Bleib so lange in Excel, wie es geht

Seine Antwort auf die Frage, wann Software sich lohnt. Nach seiner Einschätzung trägt eine Tabelle bis etwa 30 bis 50 Produkte; darüber hinaus wird sie mit jeder weiteren SKU und jedem weiteren Vertriebskanal schwieriger. Bemerkenswert ist, was er daraus für den eigenen Vertrieb ableitet.

Ich sage auch ganz vielen, die sich bei mir einen Call buchen: Hey, es ist noch zu früh, mach mal lieber Excel, das kriegst du hin.

Drei Regeln für Brands, die noch in Excel planen

Auf die Frage nach den häufigsten Fehlern in der Bestandsplanung nennt er regelmäßig dieselben drei Punkte. Sie funktionieren ohne Software.

  1. Historische Out-of-Stocks bereinigen

    Wer eine Baseline aus Vergangenheitsdaten bildet, rechnet die eigenen Fehlbestände mit ein und bestellt dauerhaft zu wenig nach. Wer im Januar nicht lieferfähig war und 200 Stück verkauft hat, hätte vielleicht 300 verkauft — plant im Folgejahr aber mit 200. Sein Rat für den Anfang ist bewusst simpel: eine Notiz führen, welcher Bestseller wann und wie lange nicht verfügbar war.

  2. Events einplanen, nicht nachträglich erklären

    Auf Aktionstagen erreichen einzelne Produkte das Zehn- bis Zwanzigfache des normalen Absatzes. Wird das nicht eingeplant, ist das Lager Anfang Dezember leer und der Umsatz fehlt über Wochen. Seine Einschätzung: Eventplanung ist weniger kompliziert, als sie wirkt — sie wird nur selten terminiert.

  3. Einen wöchentlichen S&OP-Termin einführen

    Dreißig Minuten pro Woche, in denen Einkauf, Marketing und Geschäftsführung gemeinsam auf die Zahlen schauen und klären, wo es brennt. Der Nutzen liegt weniger in der Analyse als in der Weitergabe: Wenn Agentur oder Performance-Team wissen, welche Artikel knapp werden, wird weniger Budget auf nicht lieferbare Ware verbrannt.

Auf LinkedIn

Beiträge zu Bestandsplanung, Einkauf und Unternehmensaufbau.

Ich sitze eigentlich jeden Tag von 9 bis 20 Uhr im Office. Aber letzten Monat war ich auf 3 Festivals in 3 Ländern. Und ganz ehrlich: Von außen sieht das aus wie eine Woche Strand, Party und Saufen. War es aber nicht. Zum ersten Mal konnte ich sowas komplett mit dem Business verbinden. Und genau das war der Punkt. …

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Vor einem Jahr haben wir HYROX als Kunden gewonnen. Im September stehen wir zusammen in den USA auf der Bühne. 45 Minuten Masterclass beim Commerce Roundtable in San Diego. Gemeinsam mit dem C-Level und dem Gründerteam von HYROX. Thema: Wie wir ihren Merchandise-Bereich auf neunstellig skalieren. Und ehrlich? Das ist einer der Momente, für die ich das alles mache. …

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Auf dem Papier sieht mein Werdegang nach Privileg aus. Studium, teure Uni, krasse Uhr, der ganze Kram... dabei kennt kaum jemand die Geschichte dahinter. Nimm die Uhr. Ich hab sie mir selbst verdient in einem einzigen Sommer, in dem ich 90 Tage am Stück durchgearbeitet habe. Und es ist nicht nur die Uhr. …

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Jede Brand, die gerade schnell wächst, landet auf meinem Radar. Ohne dass ich sie suchen muss. Ich hab mit fast allen großen Playern im DACH-Markt einen privaten WhatsApp- oder Slack-Kanal offen. Egal ob Software oder Agentur. Wenn eine Brand durchstartet, schreibt mir ein Partner: "Jungs, die wachsen gerade mega, könnt ihr helfen?" …

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Wir suchen eine ganz spezielle Person für unser Team. Und bevor ich erkläre, wen genau – lass mich erklären, warum diese Stelle anders ist als die meisten Key-Account-Jobs da draußen. 1. Du findest kaum einen Job, der so gut bezahlt ist und dich gleichzeitig so eng am Kunden Millionen bewegen lässt …

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Artikel

Fachbeiträge im VOIDS-Blog zu Demand Forecasting, Bestandsplanung und Replenishment.

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Podcasts und Bühne

Gastauftritte und Vorträge, chronologisch.

Für Redaktionen und Veranstalter

Biografie in drei Längen zum Übernehmen, Pressefoto und Themen für Interviews und Panels.

Biografie

Jannik Semmelhaack (Jahrgang 1996) ist Gründer und CEO von VOIDS, einer Hamburger Software für KI-gestütztes Demand Forecasting und Bestandsplanung. Sein Ausgangsproblem lernte er im E-Commerce von Philips kennen, wo er im Rahmen eines dualen Studiums am Aufbau des D2C-Onlineshops beteiligt war: Bestseller liefen aus, während parallel Kampagnen mit hohen Wochenbudgets weiter auf sie einzahlten.

2019 zog Tobias Wandersleb in seine Hamburger WG; rund ein Jahr später kündigten beide ihre Stellen und gingen ins Masterstudium an die Nova SBE in Lissabon, wo sie einen Großteil ihrer Studienleistungen in die Arbeit am eigenen Problem investierten und über 150 Gespräche mit Unternehmen führten. Ein sechsmonatiges Pilotprojekt mit Samsung lieferte 2021 den fachlichen Nachweis.

Im August 2022 erhielten sie das EXIST-Gründerstipendium über 150.000 Euro, betreut an der Universität Hamburg; im September 2022 folgte die Eintragung der VOIDS Technology GmbH. Über das Techstars-Netzwerk kam der erste Kundenkontakt jenseits des eigenen Umfelds. 2023 folgten eine Anschlussfinanzierung der IFB Hamburg und eine Pre-Seed-Runde über 600.000 Euro.

Heute planen über 250 E-Commerce-Marken ihren Einkauf über VOIDS. Semmelhaack schreibt und spricht regelmäßig über Absatzprognose, Kapitalbindung, Einkaufsplanung und die Frage, wie Marketing und Operations in Consumer-Brands zusammenfinden. Er lebt in Hamburg.

Häufige Fragen

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